Erobique

Fr 03.08.2018
Zelt

Überdosis Freude

Wer schon einmal in die Umlaufbahn des Diskoplaneten von Erobique gelangt ist, der weiß ein Lied davon zu singen: Die Tanzveranstaltungen dieses Meisters des Tanzflächen-Exzesses sind legendär! Mit cheesy Diskoksound und gesungenen Aphorismen („lassen Sie mich Arzt, ich bin durch“) löst Erobique auf der Tanzfläche regelrechte Rauschzustände aus – ganz legal! Denn mithilfe von Reglern, Tasten und unprätentiösen Gesangseinlagen verpasst er seinen willigen Tanzjüngern eine Überdosis Freude, denn Erobiques One-Man-Shows setzen explosionsartig körpereigene Endorphine frei, die für den kollektiven Glückstaumel sorgen. Wenn der Zeremonienmeister dann noch seine Melodika hervorzaubert – quasi eine Mischung aus Blockflöte und Klavier – und „easy mobisi“ über die unerträgliche Leichtigkeit des Seins parliert ( „Es kann nicht so schwer sein, das Leben, wir haben doch nur eines, und wir haben doch alle Spaaaß daran…– reisst euch doch einmal zusammen!“) wird mitgesungen.

Hinter dem sportiven Künstlernamen Erobique steckt der Musiker Carsten Meyer, der nicht nur als Live-Musiker großartig liefert, sondern unter anderem auch für die Musik der Mockumentary „Fraktus“ verantwortlich ist, die Titelmelodie für den „Tatortreiniger“ schrieb und als Hörspiel- und Theaterkomponist arbeitet. Inzwischen ist der konsequente Schnurbartträger nach eigenem Bekunden in seinen besten Jahren und in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ein Indiz dafür: Er hält er hin und wieder Vorträge an der Universität und lebt in Hamburg-Eimsbüttel.