Foto: Dorle Bahlburg

Albrecht Schrader


So weird, so gut – „Humor ja, Ironie nein“, rückt Albrecht Schrader das ihm oft unterstellte Missverständnis zurecht, wenn es um die Charakterisierung seiner poppig-leichtfüßig klingenden Text- und Tonkompositionen geht. Denn um Distanz, die Ironie zwangsläufig schafft, geht es dem seit einigen Jahren Solopfade beschreitenden Ex-Leiters des Rundfunk-Tanzorchsters Ehrenfeld mitnichten, wenn er musikalisch von der manchmal ermüdenden Kompliziertheit des Lebens, von Psychotherapie, zeitgeistigen Seltsamkeiten oder „Männlichkeitsproblematiken“ erzählt.

„Soft“ heißt sein neustes in heiter-melancholischer Manier daherkommendes Albumwerk, mit dem Schrader ein durchaus ernstgemeintes Prinzip verfolgt und den Wunsch „nach einem utopischen, liebevollen, zärtlichen, respektvollen und verletzlichen Miteinander“ artikuliert. Ob der großartige Arrangeur, Texter, Pianist, Sänger, Entertainer und Komponist dabei schon im Entferntesten an einen Bühnenauftritt in Dangast gedacht hat? Womöglich nein. Wir sagen natürlich dennoch ja zu Albrecht Schrader – stay soft!