Foto: Kathrin Hartmann

Freiraum

Sa 1.8.2026
19:00 Uhr, Vorzelt

Die Stimmung ist gut, als die mit Axt, Schwert, Degen und Zwille bewaffneten und vermummten Frauen im Sommer 1994 für das Plakatmotiv posieren, überschrieben mit dem Titel „Wir können auch anders“. Die Parole gilt nicht nur der Bremer Ampel-Regierung, die dem Frauenprojekt in der Bremer Neustadt mit der Zwangsräumung droht, sondern ist auch Ausdruck eines alternativen Lebensentwurfs – ein anderes Wohnen und Leben, mit Selbsthilfe-Werkstätten, mit Kunst und Veranstaltungen: ein Freiraum, den die Frauen aus einer Hausbesetzung heraus im Bremer Buntentor eigenständig für sich und andere gestaltet haben. Doch nur wenig später rollen die Bagger an. Das Haus der Frauen wird gewaltsam geräumt und vom „Schandfleck“ (CDU) in der Bremer Neustadt ist innerhalb von Stunden nur noch Schutt und Asche übrig.

Im Dokumentarfilm „Freiraum“ begleiten die beiden Filmemacherinnen vier der damaligen Bewohner:innen und werfen einen persönlichen Blick auf deren heutigen Alltag: auf Angie in ihrem Bauwagen, Andrea auf ihrer Gartenparzelle, Esther, die als Coach in Berlin arbeitet, und auf trans*Mann Luke, der heute in Hamburg lebt. Zugleich taucht der Film mit umfangreichem Archivmaterial ein in die turbulente Zeit der frühen 1990er Jahre und gewährt einen authentischen Einblick in das kreative Bremer Frauenprojekt. Gemeinsam besuchen das Filmteam und drei der Protagonist:innen schließlich ein Gemeinschaftsprojekt auf dem Land in Hessen, verbunden mit der Frage: Wie (anders) gestaltet die junge Generation von heute Freiräume? Regie: Vanessa Christoffers-Trinks und Katrin Stahrenberg. D 2025, 86 Min.